Baum des Jahres

Regelmäßig führt der Verein Pflanzaktionen aus Anlass des "Baum des Jahres" durch. Und so finden sich nahe Willrode alle "Bäume der Jahre" anschaulich mit einem informativen Hinweisschild. So z.B.:

GOETHE schreibt im 'Faust' über die griechische Landschaft:

"Alt-Wälder sind's!
die Eiche starret mächtig,
und eigensinnig zackt sich
Ast an Ast.
Der Ahorn mild,
von süßem Safte trächtig,
steigt empor und spielt mit
seiner Last."

Süß-saftiges

Der Zuckergehalt im Saft des Berg-Ahorns liegt im Zeitraum vor dem Blattaustrieb mit 1 – 3 Prozent vergleichsweise hoch, aber damit immer noch deutlich geringer als bei seinem Vetter, dem Zucker-Ahorn in Nord-Amerika, der bis auf 8 % Saccharosegehalt kommt. Doch vor etwa zweihundert Jahren, als der Sklavenaufstand auf der Zuckerinsel Haiti und die Napoleonische Kontinentalsperre den Preis für Rohrzucker ins Unbezahlbare steigerten, wurde auch hier in Europa versucht, eine Ahorn-Zuckerproduktion zu etablieren. Im Berliner Tiergarten, im Wiener Prater und in vielen Orten mehr wurden die ersten größeren Experimente dazu durchgeführt. Letztlich ist daraus jedoch nie etwas geworden, weil zur gleichen Zeit die Zuckerrübe aus der Runkelrübe gezüchtet wurde, die weitaus höhere Zuckerausbeuten garantierte.

Dass der Saft des Ahorns mehr Zucker enthält als die meisten anderen heimischen Baumarten, bekommt man auch im Frühsommer zu spüren, wenn unzählige Blattläuse den nur teilweise verdauten Zuckersaft (Honigtau) verspritzen und alles unter der Krone des Berg-Ahorns mit einem klebrig-süßen Film überziehen.

Nudelholz und Fiedel

Weitaus lukrativer als der Saft ist das Holz des Berg-Ahorns. Das helle, beinahe weiße Holz wurde schon vor rund achttausend Jahren bei den jungsteinzeitlichen Ackerbauern gerne zur Herstellung von Gefäßen benutzt. Bis heute ist es die erste Wahl bei hölzernen Küchengerätschaften wie Schalen, Schneid- und Frühstücksbrettern, Kochlöffeln, Fleischklopfern und Nudelhölzern.
Eine weitere klassische Verwendung hat das recht harte, aber gut drechselbare Holz des Berg-Ahorns im Musikinstrumentenbau gefunden. Wegen seiner schmucken hellen Farbe wird es gerne für Flöte oder Fagott genommen. Und bei Saiteninstrumenten, beim Cello, bei der Bratsche und vor allem bei der Geige ist Ahornholz der Garant für eine wunderbare Resonanz. Berühmt sind die Geigenböden, die aus so genanntem Riegelahorn gefertigt wurden. Bei diesem Holz ist der Verlauf der Holzfasern ungewöhnlich wellig, was im Anschnitt dann einen alternierenden Hell-Dunkel-Schimmer ergibt.
Es gibt eine Fülle weiterer Einsatzbereiche für das Holz des Berg-Ahorns: Zimmerleute nehmen es gerne beim etwas edleren Innenausbau für Treppen und Fußböden. Und auch die Möbeltischler sind begeistert. Lediglich im Außenbereich und als Bau- und Konstruktionsmaterial hat sich das Holz des Berg-Ahorns nicht bewährt.

Mehr zum Bergahorn finden Sie auf der Webseite www.baum-des-jahres.de.

Wo steht der größte Walnussbaum?

Baum des Jahres 2008

Der Initiative der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V" folgend, ruft sie das Forstamt Arnstadt und der "Verein zur Erhaltung und Förderung des Forsthauses Willroda e.V." auf, den Baum des Jahres 2008, die Walnuss, zu entdecken.

Also suchen und finden sie in ihrem Garten, im Willrodaer Forst oder überall in Deutschland den höchsten, größten und schönsten Baum dieser Art.
Ihre Entdeckungen senden sie an:

Försterin Uta Krispin oder an Reinhardt Schnell

Der Walnussbaum
(Juglans regia)


 
  • Familie: Walnussgewächs oder Juglandaceae
  • Gattung: Walnuss
  • Art: Regia
  • Habitus: laubwerfender, großer Baum mit geradem oder gegabelten Stamm und weit ausladender Krone
  • Blätter: 5 bis 9 Blätterpaare an einem Blattstiel bilden (eine unpaarig gefiederte) Feder, die 20 bis 45 cm lang ist, die Blätter haben einen charakteristischen Geruch (wohlriechend)
  • Blüte: männliche Blüte: lange gelbgrüne Kätzchen (5 - 15 cm) wachsen an alten Zweigen; weibliche Blüten: 2 bis 5 kleine, grüne Blüten wachsen beieinander an den Spitzen der neuen Triebe
  • Blütezeit: Mai/Juni
  • Früchte: im September/Oktober verfärben sich die grünen Früchte, sie werden braun und die fleischige Fruchthülle platzt auf, der eiförmige Kern wird sichtbar: dies ist die Walnuss, nach dem Entfernen der harten Schale ist die Nuss (der Samen) essbar
  • Rinde: grau, glatt, später schwarz und rissig (bei alten Stämmen)
  • Höhe: bis zu 30 m
  • Alter: bis zu 180 Jahre, mit 60 - 80 Jahren ausgewachsen

 

Die Walnuss ist ein sehr alter Baum und wird schon seit Jahrtausenden vom Menschen verehrt. Der lateinische Name (Juglans regia) bedeutet "die königliche Frucht des Jupiter", der höchste römische Gott im Altertum. Auf Farsi, einer vorderasiatischen Sprache, heißt sie "tschor mos" und bedeutet "vier Hirne". Ein Hinweis auf das Aussehen der Nüsse.
Heutzutage ist die Wallnuss weit verbreitet. Sie kam ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien. Von Rom aus kam die Walnuss über die Alpen nach Germanien und in alle anderen europäischen Gebiete. Früh erkannte man nicht nur den spirituellen Wert der Pflanze, sondern auch deren wirtschaftlichen Eigenschaften. Außer der bekannten Frucht sind auch das Holz und vor allem die Wurzeln begehrte Rohstoffe.
Walnussbäume sind sehr widerstandsfähig, lieben aber wintermilde und feuchte Regionen. Man findet sie aber auch in über 3000m Höhe. Bei uns ist die Walnuss eher ein "Einzelgänger" und mag die Gesellschaft anderer Bäume weniger. In Asien und Nordamerika dagegen gibt es riesige Walnusswälder.
Ein Baum kann bis zu 20m hoch und 160 Jahre alt werden. In optimalen Gebieten sogar bis 35 m und 180 Jahren. Das Aussehen eines Walnussbaumes ändert sich stark im Laufe seines Lebens. Anfangs ist die Rinde glatt und aschgrau später dann schwarz und tief gefurcht. Im Freistand bildet der Baum im Alter eine weite Krone aus. Die Blütezeit ist zwischen April und Juni. Die Früchte reifen aus den Blütenblättern Ende August bis Anfang Oktober zu der bekannten Nuss heran. Bei einer Guten Ernte kann ein Baum bis zu 150 kg Nüsse abwerfen.
Bei uns ist der Walnussbaum eher als Gartenbaum beliebt und bekannt. Doch durch den Klimawandel wird er auch in unseren Breiten in Zukunft wirtschaftlich nutzbarer sein. In den letzen 40 Jahren hat sich die Walnussproduktion schon verdreifacht. Das Walnussholz ist sehr begehrt und teuer. Die Früchte sind bekannt für ihre Wirkung als Cholesterinsenker. Sie enthalten viele Spurenelemente, Ballaststoffe und frische Nüsse auch erstaunlich viel Vitamin C. Die Blätter finden in der Pharmaindustrie Anwendung. Die Wallnuss ist somit eine der vielseitigsten Pflanzen überhaupt.

 

 

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